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  • Edda Sommer

#Stay Home

Unser Land befindet sich in einer, für alle sehr schwierigen Zeit, die auch mir ein mulmiges, beklemmendes Gefühl gibt.

Mich beschäftigt diese Situation sehr und ich betrachte sie durchaus kritisch. Die stündlich neuen  Nachrichten zur Pandemie verdeutlichen die angespannte Lage. Die rasante Ausbreitung des Virus ist erschreckend. Die beschlossenen Maßnahmen, wie das Kontaktverbot halte ich für absolut richtig und notwendig. Mittlerweile sollte es hoffentlich auch Allen klar und bewußt geworden sein, dass das Virus keine Lappalie ist. Die Verlangsamung der Infektionsrate hat oberste Priorität.

Verständnis für Menschen, die sich nicht daran halten kann ich keinsterweise aufbringen. Die Risikogruppen müssen geschützt werden. Solidarität und Zusammenhalt sind immens wichtig, Egoismus ist völlig fehl am Platz. 

Glücklicherweise habe ich derzeit noch nicht unter beruflichen Einschränkungen zu leiden. Ich kann bzw. darf meiner Arbeit noch mehr oder minder normal nachkommen. Und zum Feierabend gilt, na klar: Zuhause bleiben! 

Vielen Menschen im Land und auch in unserer Stadt ergeht es da anders. Viele haben aufgrund der großflächigen Einschränkungen berechtigte Existenzängste.

Dennoch sollten wir uns glücklich schätzen, dass wir in Deutschland ein sehr gut funktionierendes Gesundheitssystem vorfinden. Die Entwicklung in anderen Ländern, wie Italien, Spanien und GB zeigt, wie immens wichtig ein funktionierendes Gesundheitssystem ist. In Deutschland sind wir diesbezüglich besser aufgestellt als in anderen Ländern. Es gilt eben jenen Menschen, die aufgrund der Krise in Not geraten sind, Sicherheit zu geben, Lösungen aufzuzeigen und Möglichkeiten zu bieten. Die Bundesregierung hat unter tatkräftiger Regie unseres Finanzministers Olaf Scholz ein beispielloses Hilfspaket auf die Beine gestellt. Hier muss die schnelle und unbürokratische Umsetzung im Vordergrund stehen. Das Geld muss auch dort ankommen, wo es akut benötigt wird. Im Übrigen das Kapital, was seit Jahren durch die „schwarze Null“ auch im Gesundheitssystem durch Privatisierungen und den Abbau von Krankenhaus-, Pflege-und Laborkapazitäten angespart wurde. Die Krise macht deutlich, dass auch hier in Deutschland dringender Handlungsbedarf in vielen systemrelevanten Bereichen besteht. Unsere Gesellschaft funktioniert meines Erachtens nur, wenn alle Berufsgruppen, systemrelevant oder auch nicht, ineinandergreifen. Es hilft eben nicht nur DANKE zu sagen. Allen Berufen gilt es eben auch Anerkennung z.B. durch gerechte Bezahlung zu geben. Kommunalen Handlungsbedarf sehe ich überdies deutlich in der digitalen Ausstattung der Schulen und der Verwaltung. Es macht sich jetzt umso mehr bemerkbar, dass die Digitalisierung in Teilen verschlafen wurde.  Bleibt Zuhause....vieles wäre von Zuhause heute schon möglich, wenn die Umstrukturierung schon weiter voran geschritten wäre. Unser berufliches und auch kulturelles Leben wird sich aufgrund der Krise sicherlich wandeln. Hier müssen digitale Möglichkeiten selbstverständlicher werden. Die radikale Veränderung unseres Alltags birgt meines Erachtens aber auch etwas Gutes. Zeit sich auf Dinge zu besinnen, die in unserer heutigen Ellbogen-Gesellschaft hinten angestellt wurden. Zeit umzudenken. Der Ruf nach Solidarität und nach Gerechtigkeit ist in dieser Zeit lauter denn je. Das lässt hoffen. Auch für die Zeit nach der Krise, wann auch immer das sein wird. Dennoch frage ich mich: Braucht es erst eine Krise, um diese Tugenden zu leben? Ein Jeder hat doch auch im alltäglichen Leben das Recht auf Anerkennung und Wertschätzung seiner Leistung. Erinnern sich die Menschen erst jetzt an ihre guten Manieren? Ich hoffe, dass die Solidarität nicht nur eine Momentaufnahme in dieser Zeit ist und den Menschen bewusst wird, dass unsere Gesellschaft mit eben diesen Grundsätzen deutlich lebenswerter funktionieren könnte. Die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung und Kreativität unterschiedlicher Unternehmen zeigen, dass es doch möglich ist. Ich wünsche allen, die derzeit ihren Dienst über das Maß hinaus leisten, viel Kraft. Ihnen gilt mein größter Respekt für ihre Leistung. Ich hoffe, dass wir alle gemeinsam diese Krise gut überstehen werden und für die Zeit danach unsere Lehren daraus ziehen. Wahlkampf hat zu dieser Zeit sicherlich nicht oberste Priorität. Trotz allem sollte nicht vergessen werden, dass das Leben weitergeht und weitergehen muss. Bis dato steht der Kommunalwahltermin noch.  Heutzutage ist es ja auch ohne Treffen möglich, zum Beispiel via Telefon- oder Videokonferenz, sich gut zu organisieren. Ich bin optimistisch, dass wir noch ausreichend Zeit und Möglichkeit haben uns und unsere politischen Inhalte auch persönlich den Bürgerinnen und Bürgern näher zu bringen. Doch derzeit sehe ich es als vorrangig an, dass wir alle, auch Partei übergreifend zusammen halten und die Krise gemeinsam gut überstehen.  Bleibt alles gesund!



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©2020 Edda Sommer